Wir über uns

 

01.03.2012


 ür die „Nachkommen“ eines Vereines, der nach dem II. Weltkrieg „schlafen“ geschickt wurde, ist es schwer, an alte Traditionen anzuknüpfen. Die Nationalsozialisten wollten von Schützenvereinen ebenso wenig wissen wie etwas später die Sozialisten.
Wir wollen den Versuch wagen, soviel wie möglich bekanntes Traditionsgut zu übernehmen. Aber es soll auch ein eigenständiges Vereinsleben  geschaffen und gestaltet werden.
Leider ist aus den Archiven nichts mehr herauszuholen. Weder in der Ortschronik noch in der Landeschronik ist über den Schützenverein Uthleben etwas zu finden.

In der „Sangerhäuser Zeitung“ vom 10.06.1912 steht geschrieben:

-       Sonntag und Montag, den 28. und 29. Juli feiert der hiesige Schützenverein sein 50 jähriges Bestehen –

 

Weder das Gründungsprotokoll noch andere Schriftstücke sind erhalten. Hat es niemanden gegeben, der Vereinsgeschichte aufgeschrieben hat ? Schade!
Berichten können wir daher nur aus den letzten Jahren nach dem Krieg – und auch das nur unvollständig.
So wurde in Uthleben kurz nach Gründung der GST (Gesellschaft für Sport und Technik) eine GO (Grundorganisation) aufgebaut, die sich hauptsächlich aus den „Freiwilligen Helfern der Volkspolizei“ zusammensetzte. Diese trafen sich zu „gemütlichen“ Schießübungen. Bald aber ließ das Interesse nach und die Mitgliederzahl ging zurück.
Anfang der 60 er Jahre wurde die GO neu belebt und zur 1000 Jahrfeier, 1965,  ein Schützenfest veranstaltet – Wolfgang Telemann – der heutige 2.Vorsitzende – war der Schützenkönig. Danach schlief das Schützenwesen in unserer Gemeinde wieder ein.
Erst seit 1978 ging es bis heute kontinuierlich weiter.
Man mag es vielleicht nicht so recht glauben. Aber seit 1978 wurden in Uthleben wieder Schützenkönige „gekrönt“. Wer es nicht glaubt, kommt zu uns und sieht sich die vielen handgeschnitzten Königsscheiben an den Häusern an.
Weil sie so kostbar sind, hängen auch einige innen. Nur 5  Mal wurden keine Könige ausgeschossen.
1982 – 1985 bauten wir in Eigenleistung unseren Stand um – 1990 waren wir in Gründung.
Schlecht war am Anfang, dass die Waffen aus Nordhausen geholt werden mussten, da keine eigene Waffenkammer existierte.
Eigene Waffen – „um Marx’s Willen“ – gab es nicht. Also kräftig in die Hände gespuckt und eine Waffenkammer gebaut

(36er Wände; 2 Stahltüren mit je 2 Schlössern und 4 verschiedenen Schlüsseln und eine Alarmanlage, die richtig Krach machte).

Somit war das Waffenproblem gelöst – Mitgliederanstieg.
Ein Vereinshaus existierte ebenfalls nicht, finanzielle Mittel waren nicht vorhanden – also – man kann es ahnen, kräftig in die Hände spucken und ein schickes Schützenhaus bauen. Doch halt, sagte das HB – Männchen … Erst gehen wir mal betteln. Lotto- und Totomittel gab es, man musste nur wissen wie man da rankommt. Zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort bei den richtigen Leuten – zack – waren 30.000.-(Ost)Mark da. Mit kräftiger Unterstützunng der ehemaligen Dachdecker & Klempner GmbH, der Uthlebener Qualitätsschweine GmbH & Co KG, Kieswerke GmbH Nordhausen, der Gemeindeverwaltung des Ortes sowie zahlreicher weiterer Firmen  errichteten wir in Eigenleistung ein Schützenhaus und modernisierten unsere Schießanlage in den Jahren 1981 – 1985. Dabei trat ein großes Problem auf. In diesen Jahren fiel so gut wie kein Schuss – Mitgliederschwund von ca. 30 auf 16 !!!
Trotz allem können wir aus dieser Zeit viel Gutes berichten. Durch den Kreisvorstand der GST in Nordhausen wurden wir sehr häufig wegen unseres Engagements im Breiten- und Massensport ausgezeichnet. Bei Bewerben belegten unsere Schützen im Einzel- und auch Mannschaftsstart zahlreiche vordere Plätze. Die Urkunden zieren noch heute unsere Wände. Schützenfeste, wie bereits berichtet, wurden durchgeführt. Schützenkönig wurde der beste Schütze – ob Mitglied der GST oder nicht. Eigentlich ist es zum Lachen. Aber am häufigsten wurden es tatsächlich „Leute aus dem Dorf“. An die zusätzlich bereitgestellten Preise, immerhin im Wert von ca. 1200.- DDR-Mark, kann sich noch so mancher erinnern. Heute ist es genauso – nur der Wertumfang ist höher geworden – Dank zahlreicherer Sponsoren. Es gäbe sicher noch mehr zu berichten. Aber – vorbei ist vorbei.
Die verbliebenen 16 Mitglieder gründeten am 20.06.1990, nach einer 5 monatigen Vorbereitungsphase den

UTHLEBER SCHÜTZENVEREIN von 1862 e.V.

Unter der laufenden Nummer 40 wurde unser Verein am 03.Juli 1990 in das Vereinsregister des Kreisgerichtes Nordhausen eingetragen.
Dieser Akt bedeutete erneute Arbeiten an der Schießanlage. Musste sie doch bundesdeutschem Standard angepasst werden. Dabei wurden gleichzeitig die Bedingungen weiter verbessert. Heute verfügen wir über eine Anlage, die sich sehen lassen kann.
Schützenfeste werden seither Mitte/Ende Juni durchgeführt. Mal klein, mal größer. Aber sie sind ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil des kulturellen Lebens unserer Gemeinde. Und die Besucher wissen, dass wir immer für die eine oder andere Überraschung gut sind.
Ach ja, so nebenbei bemerkt. Unsere Kreisstadt hat selbst 3 Schützenvereine.
Dennoch sind mit Stand vom 01.01.2012 11 Nordhäuser und 1 Ilfelder im USV.

Übrigens mussten wir (und viele andere Ostvereine) unseren Namen (per Gerichtsurteil!) durch einen Zusatz ergänzen, weil wir nicht nachweisen können, dass der Verein seit seiner Gründung 1862 ununterbrochen existiert hat. Welcher Verein kann das schon. Bei den Nazis waren alle Schützenvereine verboten. Wir nennen uns jetzt jedenfalls:

UTHLEBER SCHÜTZENVEREIN von 1862 (Ng 1990) e.V.

Wovor haben eigentlich die, die dieses Gerichtsurteil bewirkt haben, Angst ? Haben wir wirklich bei Gericht nichts anderes zu tun, als solch einen Sch… zu verhandeln ?
In den Jahren seit der Wiedervereinigung ging es peu a peu vorwärts, in kleinen Schritten. Unsere Mitglieder sind mit Spaß und Interesse dabei.
Der Vorstand leistet eine gute und solide Arbeit. So konnten wir uns bereits 1996 eine neue Fahne anfertigen lassen, die mit ganz wenig Änderungen dem Original gleichen sollte.
Im Jahre 2000 konnten wir, mit finanzieller Unterstützung der Landesregierung Thüringen, 5 Seilzuganlagen anschaffen, die wir am 24.September 2000 offiziell einweihen konnten. Und die nächsten Aufgaben und Anschaffungen sind schon geplant.
Der Einbau der Seilzuganlagen für die 3 Pistolenbahnen ist beendet. Auf unserer gesamten Anlage wird nur noch zum  Rasenmähen gelaufen *grins*).
Besuch uns doch einfach – sieh Dir unsere Anlage an – werde Mitglied bei uns !
Die alte Tradition auf den Vogel zu schießen haben wir neu aufleben lassen.
Aber es wird nicht der Schützenkönig, der diesen Vogel „runterholt“.
Bis 1999 mussten sich die Mitglieder in einer Qualifikation um das Königsschießen beweisen ( 3 x 5 ). Im Endkampf ging es dann mit

3 x 1 Schuss (liegend-stehend-kniend) um die Titel.
Seit 2000 geht es in den Kategorien direkt auf die Ehrenscheibe.
Und Dorfkönig (siehe unten) wird bei uns, wer in Uthleben gemeldet ist und bester Schütze als Nichtvereinsmitglied wird.
Das kann natürlich, da kennen wir nichts, auch eine Frau werden. Sie ist dann eben auch DORFKÖNIG *grins* ! 2001 hat Ingrid Holzapfel, die Frau unseres Festwirtes, die Männer so richtig schön „nass gemacht“.

Unsere Majestäten

 

Jahr

Schützenkönig

Schützenkönigin

Altmeister

Altmeisterin

Jungschützenkönig

Dorfkönig

1991

Martin Holzapfel

-

-

-

-

-

1992

Udo Hermansa 

Martina Barth

-

-

-

-

1993

Hans Müller

Martina Barth

Wolfgang Telemann

-

-

Karsten Paetsch

1994

Karsten Paetsch

Heidi Blanke

Wolfgang Telemann

-

-

Hans-Peter Sachse

1995

Wolfgang Telemann

Heidi Blanke

Hans-Peter Sachse

-

-

Karsten Paetsch

1996

Rolf Bachmann

Martina Barth

Wolfgang Telemann

-

-

Jürgen Holzapfel

1997

Steffen Kunze

Ina Rose

Walter Kleemann

Renate Schlegel

-

Jürgen Holzapfel

1998

Karsten Paetsch

Martina Barth

Herbert Hoedt

Marlis Sachse

-

Jürgen Holzapfel

1999

Uwe Gerlach

Heidi Blanke

Wolfgang Telemann

Renate Schlegel

-

Jürgen Holzapfel

2000

Karsten Paetsch

Ina Rose

Wilfried John

Heidi John

-

Harald Holzapfel

2001

Hans-Peter Sachse

Martina Barth

Wilfried John

Heidi John

-

Ingrid Holzapfel !!!

2002

Andreas Steiner

Kerstin Wüstehoff

Walter Kleemann

Regina Hoedt

Tobias Wüstehoff

Marcel Kunze

2003

Fred Apitius

Martina Barth

Herbert Hoedt

Heidi John

Tobias Wüstehoff

Marcel Kunze

2004

Karsten Paetsch

Kerstin Wüstehoff

Udo Hermansa

Heidi John

Tobias Wüstehoff

Marcel Kunze

2005

Steffen Kunze

Steffi Juch

Karl-Heinz Körner

Heidi John

Andreas Krause

Marcel Kunze

2006

Harald Telemann

Martina Barth

Wolfgang Telemann

Ina Rose

Tobias Wüstehoff

Jürgen Holzapfel

2007

Karsten Paetsch

Martina Röthling

Wolfgang Telemann

Kerstin Wüstehoff

Alexander Kaltwasser

Martin Holzapfel

2008

 Roman Büchner

Heidi John

Klaus-Dieter Kunze

keine Teilnehmerin

Kristin Paetsch

Jürgen Holzapfel

2009

Hans-Peter Sachse

Kristin Paetsch

Helmut Echterling

keine Teilnehmerin

keine Teilnehmer

Martin Holzapfel

2010

Andreas Steiner

Steffi Juch

Wolfgang Telemann

keine Teilnehmerin

keine Teilnehmer

Michael Heinemeyer

2011

Udo Hermansa

Karsten Paetsch

Walter Kleemann

keine Teilnehmerin

keine Teilnehmer

Martin Holzapfel

2012

 

 

 

 

 

 

Wie man sieht, bauen wir uns eigene Traditionen auf.

Natürlich lassen wir für uns eine Menge los. In den Events sind einige dieser Veranstaltungen aufgeführt. Mit Sicherheit wird das eine oder andere Highlight im Laufe der Jahre hinzukommen. Man braucht ja schließlich Reserven. Lieber kleine Schritte machen, als in's Stolpern kommen. Und von anderen Vereinen auf Gedeih und Verderb kopieren ... ?!
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