Uthleben

 

29.03.2008

thleben ist ein Dorf mit ungefähr 1.300 Einwohnern am Rande der Goldenen Aue, südlich des Harzes, im Landkreis Nordhausen. Die erste urkundliche Erwähnung, im Jahre 965, liegt nun schon mehr als 1040 Jahre zurück. Die Landschaft, die Uthleben umgibt, ist von Feldern, kleinen Wäldern und Auen geprägt. Von den umliegenden Hügeln hat man einen schönen Blick auf die Tiefebene zwischen Harz und Hainleite, eben die Goldene Aue.
Neben dem Schützenverein gibt es hier natürlich auch einen Fußballclub, wie in wohl jedem deutschen Nest...  :-))), die Feuerwehr, die 1999 ein neues Gerätehaus bekam, die Puttchen-, Kaninchen- und Taubenzüchter, den Volkschor, den Bund der Vertriebenen, die AWO und, und und.
1965 feierte das Dorf, und so nebenbei erschienen etwa 10.000 Zuschauer aus nah und fern, sein 1000 jähriges Bestehen mit einem phantastischen und prunkvollen Umzug - einfach sehenswert. Nach der Wende hatten wir das Bedürfnis, etwas ähnliches zu machen. Wir feierten 1995 einfach 10 Tage lang das 1030-jährige Bestehen. Ein Erfolg, wenn auch nicht ganz 10.000 Leute dabei waren.
So allmählich entwickelt sich unser Ort immer weiter. Ein Wohngebiet wurde erschlossen und wird nun so langsam vollständig bebaut, der Straßenbau geht voran, die Einwohner verschönern ihre Grundstücke ...Es wird einfach lebenswerter in dieser Gemeinde.

ur Geschichte

-Urkunde über ein "Gut zu Uthleben" vom Erzbischof Willigis von Mainz (975 - 1011) ausgestellt; leider ist diese Urkunde
  bei einem Brand des Klosters Jechaburg im Bauernkrieg verbrannt
-Urkunde von 1093 - Erzbischof Ruothard beglaubigt die Schenkung des Gutes zu "Odenleve"
-um 1150 legten flämische Mönche im Auftrag des Klosters Walkenried das sumpfige Gebiet des Riedes trocken
-ab 1300 unter Herrschaft der Hohensteiner Grafen
-ab 1417 Verwaltung durch die Grafen von Schwarzburg und Stolberg
-1636 wird Uthleben niedergebrannt
-kriegerischen Auswirkungen unterlag Uthleben 1757, im 7-jährigen Krieg, 1806 und 1813 in den Kriegen gegen Napoleon
-1907 Sanierung der Dorfkirche mit Orgeleinbau (Kosten: 19.860.-M)
-1913 wurde der große Schulneubau eingeweiht
-im I. Weltkrieg fielen 36 Männer der Gemeinde
-1920 wurde es in Uthleben hell- das elektrische Licht hielt seinen Einzug
-1936 erhält Uthleben ein Freibad, es liegt in landschaftlich reizvoller Umgebung und bietet einen herrlichen Blick über die Goldene Aue, den Harz, das Harzvorland und den Kyffhäuser
-im II. Weltkrieg fielen 50 Männer

- nach 3 monatiger amerikanischer Besatzung wurde Uthleben 1945 in die sowjetische Besatzungszone eingegliedert
-1952 Übernahme in den Kreis Nordhausen - bis dahin gehörte Uthleben zu Sachsen-Anhalt
-1965 die oben erwähnte 1000-Jahrfeier mit dem Prunkumzug
-Anfang der siebziger Jahre Bau von Kindertagesstätte, Verkaufsstelle, Feuerwehrgerätehaus und anderem
-in den achtziger Jahren bauten die Uthleber ein zentrales Trinkwassernetz auf, bis dahin hatte jeder Haushalt einen
 eigenen Brunnen mit einer Hauswasserversorgung
-1989 wurden auch in Uthleben die Voraussetzungen für die Wiedergewinnung der deutschen Einheit geschaffen
-seit 1994 ist Uthleben Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft "Goldene Aue" - aber wirtschaftlich und politisch eigenständig

Übrigens, die Uthleber haben einen tollen Spitznamen: SALATSRACHEN nennt man uns. Seit Jahrzehnten versorgen die Uthleber die Stadt Nordhausen mit zartem Frischgemüse - noch Fragen zum Spitznamen :-))) !
Uthleben verfügte auch über berühmte Leute. So war der Schriftsteller Alfred Otto Schwede (Ich war des Sternenjunkers Narr, Freundschaft mit Silvester, Kinder eines Vaters, ...) lange Zeit Pfarrer in der Gemeinde.
Für Eisenbahnfans nicht unwichtig. Der in Uthleben geborene Bruno Kunze (1854-1935) erfand die unter dem Namen Kunze-Knorr-Bremse bekannte Einkammerschnellbremse der Eisenbahn, die die Westinghousebremse um 1900 verdrängte. Die Erfindung ließ er sich vom Ingenieur Georg Knorr auszahlen. Weshalb man heute nur noch von der Knorr - Bremse spricht.
Vielleicht wird ja auch in diesem Jahrtausend ein Uthleber berühmt. Wer weiß ...

                                                                                                                                             

Bruno Kunze